Zitation - Plagiate

Die einzelnen Abschnitte führen zu konkreten Informationen und Arbeitsbehelfen.

In wissenschaftlichen Arbeiten muss die Herkunft jener Passagen, die wörtlich oder sinngemäß aus anderen Texten übernommen sind, angegeben werden. Das nennt man Zitieren.

Aus welchem Buch, von welcher Internetseite stammen meinen Informationen? Wer ist die Autorin/der Autor? Diese Angaben sind zwingend erforderlich. Andernfalls würde man fremde Erkenntnisse als die eigenen ausgeben. Und das ist Diebstahl geistigen Eigentums im Sinne eines Täuschungs- und Betrugsversuchs – ein Plagiat. Die Konsequenz ist die Aberkennung der bescheinigten Leistung, also zum Beispiel der Reife- und Diplomprüfung. Es ist daher unerlässlich, sich mit den Regeln des Zitierens vertraut zu machen du diese gewissenhaft zu befolgen. "Fremdes" muss nachvollziehbar und nachprüfbar sein und wird daher immer durch Zitate gekennzeichnet, um es vom "Eigenen" (eigene Gedankengänge und Argumentationen, Fragestellung, Aufbau der Arbeit) abzugrenzen.

Es gibt eine Fülle unterschiedlicher Zitierschemata. Dennoch besteht eine Übereinkunft darüber, was in einer bibliographischen Angabe unbedingt enthalten sein muss.

Zu unterscheiden sind direkte (wörtliche) Zitate und indirekte (sinngemäße) Zitate:

  • Direkte (wörtliche) Zitate = die wortwörtliche Wiedergabe von Textpassagen, Abbildungen, Grafiken und Tabellen aus anderen Veröffentlichungen bzw. von anderen Autorinnen und Autoren. Der übernommene Textteil muss in Anführungszeichen gesetzt werden. Wird ein Wort ausgelassen, ist dies durch drei Punkte in eckiger Klammer kenntlich zu machen. Dahinter folgt die Quellenangabe. (Zitate, die länger als zwei Zeilen sind, werden mit einem linken Einzug von 1 cm, in einer Schriftgröße um 1 pt kleiner als der übliche Text und einzeilig formatiert.)
    • Quellenangaben stehen in runder Klammer und können sowohl im Text (Harvard-Methode) als auch alternative in Fußnoten erfolgen. In der Regel nennt eine Quellenangabe folgende Kurzangaben:
      • Grundschema: (Autor/in Erscheinungsjahr der Publikation, Seitenzahl, auf der die zitierten Inhalte zu finden sind) – zum Beispiel: (Rau 1994, S. 30)
      • bei vorheriger Nennung der Autorin/des Autors im Text: (ebda. Jahr, Seitenzahl) – zum Beispiel: (ebda. 1994, S. 30)
      • bei mehreren Publikationen einer Autorin/eines Autors im gleichen Jahr: (Rau 1994a, S. 45); (Rau 1994b, S. 116)
  • Indirekte (sinngemäße) Zitate = die Wiedergabe von Gelesenem oder Gedanken anderer Autorinnen und Autoren mit eigenen Worten (ohne doppelte Anführungszeichen). Dahinter folgt wieder die Quellenangabe. Anders als beim direkten Zitat wird hier ein "vgl." (d.h. vergleiche) gesetzt.
    • Grundschema: (vgl. Autor/in Jahr, Seitenzahl) – zum Beispiel: (vgl. Rau 1994, S. 30)
  • Bei Zitaten aus dem Internet wird die Autorin/der Autor und das Jahr angegeben. Sofern keine Autorin/kein Autor vorhanden, wird Folgendes angegeben:
    • entweder der Ort, an dem der zitierte Artikel zu finden ist (URL = Uniform Resource Locator) inkl. Tagesdatum des Abrufs oder
    • das erste Wort des URL inkl. Tagesdatum des Abrufs oder
    • ein markantes Wort des URL inkl. Tagesdatum des Abrufs oder

Im Literatur- und/oder Quellenverzeichnis werden alle im Text verarbeiteten Quellen (und nur diese) vollständig angegeben. Die Einträge sind alphabetisch zu ordnen, und zwar nach dem Nachnamen der Autorin/des Autors. Weitere Ausführungen zum Literatur- und/oder Qullenverzeichnis finden sich unter der Rubrik "Gliederung der DA und formale Vorgaben".

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich am Schulstandort für ein einheitliches, verbindliches Zitier­schemata festzulegen. Innerhalb einer Diplomarbeit muss die Zitierweise aber unbedingt einheitlich sein. Folgend einige weitere Tipps zum Thema Zitation:

  • Beim Zitieren ist Genauigkeit und Einheitlichkeit oberstes Gebot. Hier kommt es tatsächlich auf Punkt und Komma an!
  • Schon bei der Recherche sollte unbedingt daran gedacht werden, dass die gesammelten Informationen später mit einer Quellenangabe versehen werden müssen. Werden Kopien oder Exzerpte angefertigt, empfiehlt es sich, die benötigten Angaben (inklusive Seitenzahlen) sofort gewissenhaft zu notieren. Bei Internetseiten sollte auch das Zugriffsdatum festgehalten werden. Im Nachhinein lässt sich manches nur noch mit großem Aufwand rekonstruieren!
  • Besser einmal zu oft als zu wenig zitieren. Es ist selbstverständlich und auch notwendig, dass eine Arbeit nicht nur eigene Gedanken enthält, sondern auf fremde Leistungen aufbaut. Dies ist ein Zeichen gründlicher Recherche.
  • Wörtliche Zitate sollten nur dann verwendet werden, wenn sie besonders aussagekräftig sind oder eine bemerkenswerte Formulierung enthalten.
  • Ein mögliches Zitierschema findet sich unter: http://www.uni-salzburg.at/fileadmin/oracle_file_imports/1411561.PDF (Abrufdatum: 09.02.2015)