Sprachliche und stilistische Aspekte

Die einzelnen Abschnitte führen zu konkreten Informationen und Arbeitsbehelfen.

Die Diplomarbeit kann in deutscher Sprache oder in einer lebenden Fremdsprache, die am jeweiligen Schulstandort unterrichtet wird, verfasst werden. Sie hat allerdings sprachlich und stilistisch gewisse Kriterien zu erfüllen, die nicht unbedingt den sonstigen Schreibgewohnheiten, egal ob privat oder schulisch, entsprechen. Ziel eines wissenschaftlichen Textes ist es, einen Betrag zur Gewinnung neuer theoretischer, empirischer und/oder methodischer Erkenntnisse einer Wissenschaft zu gewinnen. Übergeordnetes Ziel ist die Klarheit und Verständlichkeit des Textes. Geschlechtergerechte Formulierungen sind eine Selbstverständlichkeit.

Unterscheidungsmerkmale zwischen wissenschaftlichem Text und journalistischem Text

Für einen wissenschaftlichen Sprachstil sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden (vgl. Huemer 2012a, S. 8ff.):

  • Mit Ich-Formulierungen sparsam umgehen: Die eigene Person sollte nicht subjektiv und persönlich motiviert eingebracht werden wie in einem alltäglichen Gespräch. Das Pronomen „Ich“ ist daher äußerst selten zu verwenden. Besser ist es, die Arbeit selbst sprechen zu lassen, indem diese zum Subjekt wird.Zum Beispiel: "In dieser Arbeit wird untersucht …" oder "Die Analyse zeigt, …"
  • Passiv-Formulierungen verwenden: Dadurch wird eine Aussage entpersonalisiert, d.h. handelnde Personen werden nicht genannt, die Aussage wird dadurch objektiver und die dargestellten Ereignisse treten in den Vordergrund des Geschehens. Zum Beispiel: "Das Experiment wird vorbereitet und man benötigt folgendes Material."
  • Fachsprache verwenden: Jede (vor)wissenschaftliche Arbeit hat ein eigenes Fachvokabular, das sich durch hohe Funktionalität auszeichnet und der raschen und präzisen Verständigung dient. Auf den korrekten Einsatz von Fachtermini ist zu achten.
  • Abkürzungen: Gebräuchliche Abkürzungen (z.B. "EDV") müssen im Text nicht erklärt werden. Wenig bekannte hingegen sollten bei der ersten Verwendung im Text ausgeschrieben und unmittelbar dahinter in Klammer die Abkürzung gesetzt werden. Im weiteren Verlauf kann die Abkürzung ohne weitere Erklärung verwendet werden. Ein Abkürzungsverzeichnis ist in die Arbeit einzufügen.
  • Endlosaufzählungen, Wortwiederholungen und Füllworte vermeiden (z.B. natürlich, wahrscheinlich, eigentlich, vielleicht, gewissermaßen, irgendwie)
  • umgangssprachliche Formulierungen und Dialektausdrücke vermeiden (z.B. "Bauchlandung machen", "Nadel im Heuhafen")
  • vollständige Sätze formulieren; überlange Sätze sollten allerdings vermieden werden, denn diese erschweren das Verständnis und bereits Leserinnen und Lesern unnötige Mühe. Als Faustregel kann gelten, dass Sätze nicht länger als drei Zeilen sein sollten.
  • Anführungszeichen zur Betonung von Aussagen vermeiden
  • Verben des Fühlens, Meinens, Glaubens vermeiden
  • zu stark wertenden Adjektiven vermeiden (z.B. großartig, schrecklich, hervorragend)
  • keine direkte Anrede der Leser/innen (z.B. Wie Sie wissen, …)
  • mit direkten Zitaten sparsam umgehen
  • Verständlichkeit sowie die formale und sprachliche Richtigkeit der verfassten Arbeit laufend überprüfen
  • geschlechtergerecht formulieren, siehe z.B. unter www.bmbf.gv.at/frauen/gleichbehandlung/sg/lf_gg_sprachgebrauch.pdf (Abrufdatum: 17.02.2015)

Einleitung, Übergänge sowie Resümee bilden den Rahmen der Diplomarbeit. Sie werden im Team erarbeitet und zeichnen sich durch einen einheitlichen Sprachstil aus. Die Einzelleistungen spiegeln den individuellen Sprachstil wider.